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Erste Rezension der kleinen Reimbibel – NT

 Endlich eine lesbare Version der Bibel: echte Facts, echt life, alles echt…Rezension aus Deutschland vom 13. Juni 2022

Verifizierter Kauf

Reimbibel? Warum Reimbibel? Erstens: mal was anderes, und zweitens: was besseres! Statt dröge sich hinquälendem buchhalterischem Unterwerfungsjargon der Überkirche(n) pointierte Zusammenfassungen und realistische Darstellungen dessen, was in der Bibel (dem „Buch der Bücher“) WIRKLICH läuft. Keine Schönfärberei, kein Vertuschen, sondern harte Facts.

Nun gut, Reimbibeln gab es schon früher, so um 1100 oder 1200. So genau weiß man das nicht, und was von damals erhalten ist, sind bloß ein paar Blätter Papier, die in Archiven gelagert werden. In die Hand nehmen kann man sie nicht, und lesen… auch nicht. Der Druck ist schlecht (immerhin 800 Jahre alt) und die Buchstaben kaum lesbar geschnörkelt … und erst die Sprache! Selbst wenn man die Buchstaben lesen kann, man versteht die Worte nicht; Stoff, mit dem Germanistik-Studenten geplagt werden. Normale Leser, die Freude haben wollen beim Lesen, brauchen etwas besseres. Reimbibeln!

Wenn man bei Amazon nach Reimbibeln schaut, findet man nur die uralten hoffnungslosen Blätter aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. UND man findet die Werke von Wolfgang Klosterhalfen. Erstens vollständig, zweitens lesbar und drittens gut. Allerdings sind Gottes- und Kirchenlob nicht seine Absicht, denn schon auf Seite 3 steht geschrieben: AD MINOREM ECCLESIARUM GLORIAM. Noch in der frühen Neuzeit hätte ihm das eine – von seinen Angehörigen zu bezahlende – Feuerbestattung eingebracht (euphemistische Umschreibung für „Ableben auf dem Scheiterhaufen“).

Klosterhalfens Neues Testament beginnt mit Briefen des Apostels Paulus. Paulus‘ Brief an die Römer war schon um das Jahr 56 geschrieben worden (nach dem Brief an die Tessalonicher im Jahr 50), das Markus-Evangelium aber erst später, um das Jahr 70. Das zeigt deutlich, daß die christliche Abspaltung vom Judentum ganz wesentlich auf Paulus zurückgeht, der vermutlich als Erster schrieb, Jesus sei für unsere Erlösung von den Sünden am Kreuz gestorben.

Den sich stark überlappenden Evangelien von Markus, Matthäus und Lukus liegt anscheinend eine gemeinsame Quelle zugrunde; Klosterhalfen faßt diese drei Evangelien zusammen. So wird denn auch klar, daß es sich bei Johannes um eine „Weiterentwicklung“ handelt, die die Gottessohnschaft Jesu betont.

Klosterhalfens Reime erinnern stark an Wilhelm Busch, oft sarkastisch und mit überraschenden Pointen. Für Gläubige sicherlich keine besonders leicht verdauliche Kost. Religiös aufgeklärte Menschen hingegen, die sich von Kirchen genervt oder bevormundet fühlen, werden diese Zweizeiler und Gedichte als Erholung fröhlich genießen.

Ein Beispiel: Klosterhalfens Kommentar, das „Wort zum Karfreitag“:

Kirche:

„Darum, dass Er für euch gestorben,
sollt ihr nicht für euch selber leben.
Weil Er für euch das Heil erworben,
sollt ihr ihm euer Leben geben.
Denn denen, die in Christo leben,
hat Gott durch seinen Sohn vergeben.
Er gab uns so Gerechtigkeit,
nahm fort von uns die Schlechtigkeit.
Er brachte den zum Opfer dar,
der selber ohne Sünde war.“
2. Korinther 5 (15-21)

Klosterhalfen:

Gott opfert Gott, um so Gott zu versöhnen?
Gott opfert Gott, um sein Werk so zu krönen?
Gott arrangiert, dass man Gott furchtbar quält?
Merkwürdig ist, was die Bibel erzählt.
Was hat uns Menschen dies Opfer genützt,
wo es uns doch vor der Sünde nicht schützt?
Warum ließ Gott seinen Sohn nicht am Leben,
warum kann Gott uns nicht einfach vergeben?

Bei diesem Quasisuizid
den Herrgott
wohl der Teufel ritt.
Denn der Selbstmorddreifachgott
macht sich damit selbst zum Spott.
Ihr Christen, merkt euch diesen Vers:
den Sohn zu opfern, war pervers!
Wenn euch das jetzt erbost,
dann denkt euch nur getrost:
An Sündern, die so sprechen,
wird Gott sich schon noch rächen,
er ist ja Rachespezialist.
Nicht jeder ist ein guter Christ.

Mehr verrate ich hier nicht. Selber lesen macht Spaß.

Es gibt übrigens auch einen Anhang mit einem Auszug aus der Kriminalgeschichte des Christentums (die gerade von Kyrill I. gemeinsam mit Wladimir Putin auf ihre eigenwillige Weise fortgeschrieben wird) und eine Sammlung von antiklerikalen Zitaten. Die Sammlung allein ist schon den Preis des Buchs wert (4.99 Euro). Nur 4,99 Euro!? Ich bin der Meinung, das sage ich ganz offen, daß das Buch eigentlich 50 Euro kosten sollte.

Zu den Reimbibeln gehört im Hintergrund eine umfangreiche Internet-Site (reimbibel punkt de) mit vielen bibel- und kirchenkritischen Texten.