Wenn Gott nicht existiert, ist dann alles erlaubt?
Natürlich nicht, siehe z.B. die weitgehend gottlosen späten Jahre der DDR.
Ist die Bibel eine gute Basis für Demokratie und Menschenrechte?
Ich habe die Bibel gelesen und halte sie sie für sehr problematisch. Gott will laut Bibel, dass man ihn liebt wie sich selbst. Dass ist Unsinn, denn Gehorsam kann man befehlen, aber nicht Liebe. Gott will außerdem, dass man seinen Nächsten liebt. Aber was ist mit denen, die einem nicht nahestehen? Liebe ist schön, aber für ein friedliches Zusammenleben nicht notwendig. Fairness reicht. Wenn Menschen Liebe gepredigt wird, lernen sie nicht lieben, sondern predigen, meinte Alice Miller.
Dass man nicht stehlen und nicht morden soll, ist trivial und nicht erst in der Bibel gefordert worden. Dass Knaben beschnitten und mit dem Stock gezüchtigt werden sollen, ist keine gute Idee. Dass Frauen sich grundsätzlich dem Mann unterordnen und in der Gemeinde schweigen sollen, dass Hexen sowie Homosexuelle zu töten sind, sind besonders schlechte biblische Gebote. Und weder Jahwe noch Jesus haben etwas gegen die Sklaverei. Ebenfalls übel ist die Behauptung, alle Obrigkeit käme von Gott.
Die Bergpredigt enthält außer den üblichen Appellen, den Bedürftigen zu helfen, auch viel Unsinn. Demnach soll man sich ums Essen und die Kleidung keine Sorgen machen und seine Feinde lieben. Und nebenbei droht Jesus, die verkitschte und am meisten überschätzte Figur der Literaturgeschichte, noch mit der Hölle.
Religionen trennen, spalten, weil sie sich für wichtig halten, aber Fake News nur verwalten.
Die Bibel und die Kirchen taugen wenig. Aufklärung, Wissenschaft und ein weltlicher Humanismus sind besser.
Unsympathisches von Jesus: https://reimbibel.de/jesus
Kritische Anmerkungen zur Veranstaltung „Wenn Gott nicht existiert, ist dann alles erlaubt?“ im Haus der Universität der HU Düsseldorf am 22.01.2026
.1. Unter Gott wurde ein allmächtiges und gütiges höheres Wesen verstanden, also ein unsichtbares Wesen, dass es angesichts des irdischen Leids offensichtlich nicht gibt.
(Das lässt Raum für eine weitere überflüssige HHU-Veranstaltung zum Theodizee-Problem.) Über die moralischen Normen eines solchen Fantasie-Wesens braucht man nicht zu diskutieren.
.2. Es wurden drei mögliche Antworten vorgegeben, über die diskutiert und abgestimmt werden sollte..
3. Eine Diskussion, die diesen Namen verdient, gab es nicht, denn es durften überwiegend nur Fragen gestellt und per Smartphone abgestimmt werden..
4. Das Publikum hat mit großer Mehrheit zweimal mit „Nein“ gestimmt. Vermutlich, weil nur in der Theorie alles erlaubt ist, aber in der Praxis schon immer Verhaltensnormen und Sanktionsmöglichkeiten existierten. Sogar im Tierreich.
Wolfgang Klosterhalfen, Düsseldorf, 23.01.2026
Siehe auch: https://konfessionen.org/euthyphron-dilemma-moral-ohne-gott/