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Vorwort zu Klosterhalfens kleiner Reimbibel – AT

Vorwort

Seit Jahrtausenden werden auf unserer Erde tausende von zumeist männlichen Göttern verehrt. Bei aller Verschiedenheit ist diesen angeblich existierenden Göttern gemeinsam, dass sie sich verborgen halten und Zweifel an ihrer Existenz nicht ausräumen können oder wollen. Besonders viele Anhänger und Anhängerinnen haben zwei monotheistische und miteinander verwandte Religionen: das Christentum und der Islam. Beide Glaubenslehren
wurden nicht nur durch das Wort, sondern auch mit dem Schwert verbreitet. Basis des christlichen Glaubens ist die Bibel, eine Sammlung von Schriften meist unbekannter Autoren der Antike. Die Bibel ist wegen ihrer weitreichenden
Wirkungen auf den Lauf der Geschichte und auf das Leben von Milliarden von Menschen neben dem Koran das wichtigste Buch der Welt. Sie enthält großartige Literatur, sie predigt die Nächstenliebe, sie spendet Trost, aber sie stiftet auch an zu Intoleranz, Unterdrückung, Hass und Gewalt.

Viele Christen und Christinnen behaupten, die Bibel sei die unverzichtbare Basis moralischen Verhaltens, denn ohne Gott sei alles erlaubt. Trotz ihrer großen Bedeutung lesen aber hierzulande nur noch 4% der Bevölkerung häufig in der Bibel: www.reimbibel.de/statistik.htm. Manche Christen denken, dass die „Heilige Schrift“ Wort für Wort von Gott kommt. Die meisten Christen glauben aber, dass die Autoren der Bibel von Gott inspiriert wurden. Für
aufgeklärte oder nie religiös indoktrinierte Menschen ist die Bibel von Menschen geschriebenes und zusammengestelltes menschliches Reden über Gott und die Welt. Die Bibel ist schlecht editiert, sie liest sich schlecht, und sie ist im Grunde blasphemisch. Sie stellt Gott zumindest im Alten Testament nicht als einen Gott der Liebe, sondern als einen besonders widerwärtigen Psychopathen dar, der immer wieder in seiner Eifersucht droht und mordet.

Mit meiner Reimbibel möchte ich, auf leicht lesbare und unterhaltsame Weise über wichtige Inhalte und Probleme der Bibel und des Glaubens informieren. Ich habe von einigen Ausnahmen abgesehen versucht, möglichst nah
am Wortlaut der Lutherbibel (1912/1984) bzw. der Einheitsübersetzung zu bleiben. Die Auswahl der behandelten Bücher, Kapitel und Stellen ist natürlich nicht frei von subjektiven Einschätzungen ihrer Bedeutsamkeit. Christen
und Christinnen wird meine Reimbibel nicht gefallen. Vielleicht hilft mein Text aber, schon weitgehend vom Glauben Abgefallenen, religiösen Restalkohol und damit einhergehende Angst und Schuldgefühle abzubauen.

Meine Reimbibel erschien als Gesamtausgabe (AT und NT) erstmals 2009. Die 7. Version dieses Buchs habe ich 2013 unter dem Titel „O Gott: die Bibel! Bibelgeschichten in Form von Gedichten“ 2013 bei BoD veröffentlicht (308
Seiten, 19,90 €). Ein Band über das Neue Testament soll folgen.

Düsseldorf, 6.6.2021, Wolfgang Klosterhalfen